Gesundheit, Pflege & Soziales

Marzahn-Hellersdorf ist ein wachsender Bezirk mit besonderen sozialen und demografischen Herausforderungen. Für die CDU steht im Mittelpunkt, dass alle Menschen, unabhängig von Alter, Herkunft oder Lebenssituation, Zugang zu einer verlässlichen, wohnortnahen und qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung haben. Zugleich wollen wir die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Menschen möglichst lange selbstbestimmt in ihrem vertrauten Umfeld leben können. Die Stärkung der Prävention, ein stabiler sozialer Zusammenhalt und moderne, altersgerechte Wohnformen sind Leitmotive unserer sozialen Stadtüberlegung.
Gute Startchancen: Frühkindliche Versorgung, Prävention und Bewegung
Gesundheit zu erhalten und zu stärken beginnt schon in den Kinderschuhen. Deshalb setzen wir auf eine starke frühkindliche Gesundheitsversorgung und gezielte Prävention ein. Wir wollen die geschaffenen Strukturen in Kitas, Familienzentren und im Hebammenbereich weiter stärken und besser miteinander verzahnen.
Frühe Hilfen leisten einen wichtigen Beitrag, um Familien von Beginn an zu unterstützen. Die präventiven Angebote ab der Geburt sollen deshalb weiter ausgebaut werden. Gleichzeitig setzen wir uns für verbindliche Bewegungs- und Sportangebote in Kitas und Grundschulen ein. Gesundheitsförderung verstehen wir als gemeinsame Aufgabe von Bildung und Jugendhilfe.
Die von uns eingeführten Familienservicebüros haben sich bewährt. Sie erleichtern Eltern den Zugang zu Leistungen und ermöglichen digitale Antragstellungen, etwa beim Elterngeld. Dieses Angebot wollen wir sichern und gezielt weiterentwickeln.
Gesunde Ernährung und ein gesundes Umfeld
Ein gesundes Leben wird maßgeblich durch das persönliche Umfeld geprägt. Wir setzen uns daher für die Förderung gesunder Lebensweisen im Alltag von Kindern und Familien ein. Dazu gehört ein attraktives und gesundheitsförderliches Wohnumfeld mit ausreichend Grünflächen, Spielplätzen und Bewegungsräumen. Gleichzeitig wollen wir das Bewusstsein für gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und mentale Gesundheit stärken.
Gesunde Ernährung ist eine wichtige Grundlage für Lernfähigkeit und Wohlbefinden. Deshalb setzen wir uns für eine deutliche Verbesserung der Qualität des Schulessens ein. Wir wollen die Akzeptanz bei den Schülerinnen und Schülern erhöhen, indem sie stärker eingebunden werden, etwa durch die Mitwirkung bei der Zubereitung einzelner Komponenten in Schulküchen. Die Ernährungsbildung soll fester Bestandteil des Unterrichts sein.
Unsere Schulgärten leisten einen wertvollen Beitrag zur praktischen Vermittlung von Ernährungskompetenz. Bestehende Angebote wollen wir ausbauen und pflegen. Die Gartenarbeitsschulen sollen als Lernorte gestärkt werden. Wir werden eine weitere Gartenarbeitsschule an der Turnhalle der Ulmenschule schaffen, zusätzlich zu der bereits in unserer Regierungszeit entstandenen Einrichtung an der Peter-Pan-Grundschule.
Gesundheitsamt und frühzeitige Förderung
Das Gesundheitsamt spielt eine zentrale Rolle bei der frühzeitigen Erkennung von Entwicklungsbedarfen. Wir setzen uns für die Sicherstellung qualitativ hochwertiger Einschulungsuntersuchungen ein, um Förderbedarfe frühzeitig zu identifizieren.
Eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Gesundheitsamt sowie unseren Kitas und Schulen ist dafür unerlässlich. Perspektivisch braucht das Gesundheitsamt eine bessere personelle Ausstattung. Dazu wollen wir gezielt zusätzliche Stellen schaffen, die Attraktivität des öffentlichen Gesundheitsdienstes durch bessere Bezahlung und moderne Arbeitsbedingungen erhöhen und verstärkt auf multiprofessionelle Teams setzen.
Haus der Gesundheit als zentraler Ort im Bezirk
Wir setzen uns für die Sanierung und die Stärkung des „Hauses der Gesundheit“ in der Etkar-André-Straße ein. Ziel ist es, verschiedene bezirkliche Gesundheitsangebote an einem Ort zu bündeln und so Synergien zu nutzen sowie Wege für Bürgerinnen und Bürger zu verkürzen. Denkbar ist die Verlagerung bislang angemieteter Einrichtungen, etwa des Gesundheitsamtes oder von Standorten im Forum Kienberg, an diesen zentralen Standort.
Ambulante medizinische Versorgung sichern
Eine wohnortnahe ambulante Versorgung ist für die Lebensqualität im Bezirk entscheidend. Wir halten daher an der kleinräumigen Bedarfsplanung in Berlin fest.
Die Ansiedlung von Ärztinnen und Ärzten wollen wir weiter gezielt fördern, unter anderem durch Programme zur Niederlassungsförderung und mögliche Co-Finanzierungen durch das Land Berlin. Medizinische Versorgung muss zudem von Anfang an in die Stadtplanung integriert werden. Die bestehende Praxisbörse zur Ärzteansiedlung soll weiterentwickelt werden.
In neuen Quartieren sollen Arztpraxen, Polikliniken und Gesundheitsangebote selbstverständlich mitgedacht werden. Erdgeschossflächen im Wohnungsbau wollen wir verstärkt für Gesundheitsangebote nutzen. Das Stroke-Einsatz-Mobil (STEMO), dessen Fortführung wir gesichert haben, bleibt ein wichtiger Baustein moderner Notfallversorgung.
Innovative Versorgungsformen stärken
Neue Versorgungsmodelle können dazu beitragen, die medizinische Versorgung zu sichern und gleichzeitig Fachkräfte zu entlasten.
Wir wollen das im ländlichen Raum bewährte Modelle „Schwester Agnes“ auf den Berliner Stadtrand übertragen. Nichtärztliche Praxisassistentinnen und -assistenten (näPAs) sollen so eingebunden werden, um Ärztinnen und Ärzte zu entlasten und die Versorgung insbesondere im ambulanten Bereich zu verbessern.
Die Portalpraxis am Unfallkrankenhaus Berlin wurde in unserer Regierungszeit eingeführt und hat sich sehr bewährt.
Stationäre Versorgung und Rehabilitation
Die stationäre Versorgung im Bezirk ist leistungsfähig und soll weiter gestärkt werden. Das Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) ist ein überregional bedeutender Hochleistungsversorger mit besonderer Expertise unter anderem in der Unfallmedizin, bei Brandverletzungen und Querschnittserkrankungen.
Gleichzeitig ist uns die wohnortnahe Grundversorgung wichtig. Das Krankenhaus Kaulsdorf und die „Arona Klinik für Altersmedizin“ leisten hierzu einen entscheidenden Beitrag. Auch die Rehabilitationsangebote am Standort des UKB wollen wir gezielt stärken.
Seelische Gesundheit und soziale Teilhabe
Die psychische und seelische Gesundheit ist eine zentrale Voraussetzung für eine gute Lebensqualität. Wir wollen den Sozialpsychiatrischen Dienst im Bezirk durch mehr Personal, bessere Vergütung und moderne Arbeitsbedingungen stärken.
Niedrigschwellige Hilfsangebote sollen ausgebaut werden, um frühzeitig Unterstützung zu ermöglichen. Gleichzeitig setzen wir uns aktiv gegen Einsamkeit ein. Formate wie die Seniorenmesse im Bezirk wollen wir dauerhaft institutionell sichern.
Katastrophenschutz und gesundheitliche Vorsorge
Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie wichtig ein funktionierender Katastrophen- und Zivilschutz ist. Wir wollen diesen Bereich stärken und besser ausstatten.
Dazu gehört der Aufbau und die Pflege von Daten zu besonders vulnerablen Gruppen sowie die Sicherstellung eines schnellen Zugriffs auf diese Informationen im Krisenfall, etwa bei einem Stromausfall. Entscheidend ist zudem eine funktionierende Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure über Sektorengrenzen hinweg.
Krisenbewältigung muss geübt werden. Deshalb setzen wir auf regelmäßige Trainings und gemeinsame Übungen, um im Ernstfall handlungsfähig zu sein.